Kind sein im Senegal - und was es bedeutet
Die Bevölkerung zählt etwa elf Millionen Menschen, davon sind etwa 58 % unter 20 Jahre alt. Etwa 65 % der Bevölkerung sind Analphabeten (unter den Frauen 74 %).
Der Mangel an Trinkwasser und die oft unzumutbaren Bedingungen in den Schulen tragen dazu bei, dass im Senegal nur 65 Prozent der Mädchen zwischen sieben und zwölf Jahren zur Schule gehen – neun Prozent weniger als Jungen. In vielen Familien ist es selbstverständlich, dass die Mädchen und Frauen für das Wasserholen und andere häusliche Pflichten zuständig sind. Für das Lernen bleibt kaum Zeit.
Wir brauchen Ausbildung und Arbeit - Eine junge Senegalesin hofft auf Hilfe
Thiaba Seck ist 21 Jahre alt und lebt in einem Vorort von Dakar, Senegal. Mit 12 musste sie die Schule abbrechen, weil ihre Eltern Schuluniform und Bücher nicht mehr bezahlen konnten.
Das Leben ist für Kinder sehr hart, wenn die Familien nicht genug Geld haben oder nicht zu den privilegierten Familien gehören. Viele Kinder wie ich können dann nicht zur Schule gehen, weil die Eltern den Schuluniform, Hefte, Stifte und das Busgeld nicht für alle Kinder bezahlen können. Ich musste die Schule mit 12 Jahren abbrechen und dann auf meine drei Geschwister aufpassen. Da ich keinen Schulabschluss habe, ist es für mich jetzt sehr schwer ein Job zu finden. Egal, wo ich mich bewerbe - bei einem Friseur, in einer Schneiderei oder einem Restaurant - alle wollen ein Abschlusszeugnis sehen.
Zweimal oder einmal am Tag essen
Eine Arbeit zu haben oder keine entscheidet im Senegal darüber, ob du zweimal oder einmal am Tag isst. Außerdem schützt dich ein Job auch vor vielen anderen Problemen: Einige Mädchen müssen sich prostituieren, um ein bisschen Geld zu verdienen. Wenn die Eltern das herausfinden, werden sie rausgeworfen. Aber ohne Zuhause sind Kinder völlig ausgeliefert.
Am meisten sorgt mich die Zukunft der vielen Jugendlichen in unserem Land (52 Prozent sind jünger als 18 Jahre). Es gibt viele Probleme und Gefahren: AIDS, frühe Schwangerschaft und Zwangsheiraten. Wir müssen kämpfen, damit wir einen Job finden. Es gibt einfach nicht genügend Arbeit. Warum flüchten sonst so viele nach Europa? Das ist nur, weil sie einen Job haben wollen, um ihre Familien zu ernähren.
Hilfe zur Selbsthilfe
Mit Hilfe habe ich Lesen und Schreiben gelernt. Jetzt nehme ich an einem Ausbildungskurs zur Friseurin teil und arbeite gleichzeitig in einem Schönheitssalon. Aber eigentlich möchte ich lernen, ein Restaurant zu führen. Ich weiß auch schon einen Namen für den Pub: „Ado’s“ soll es heißen – das steht für „adolenscents“ (Jugendliche). Ich würde afrikanische und europäische Speisen anbieten und die Mädchen und Jungen aus den Ausbildungsprogrammen einstellen. So könnte ich ihnen Jobs verschaffen.
Ich wünsche mir eine gerechtere Welt, in der jede Familie genug zum Leben hat und alle Kinder zur Schule gehen können, damit sie später eine anständige Arbeit bekommen. Wahrscheinlich ist das für Frauen wichtiger als für Männer. Im Senegal gibt es ein Sprichwort:
Wenn du einen Mann ausbildest, profitiert davon eine Person, aber wenn du eine Frau ausbildest, profitiert davon das ganze Land.
Dieses kurze Interview steht stellvertretend für rund die Hälfte aller Kinder im Senegal. Der Verein komkom-sunugal e.V. engagiert sich ausschließlich auf privater Ebene und im persönlichen Einsatz vor Ort mit Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns sehr zahlreich bei dieser Aufgabe unterstützen. Die Möglichkeiten dazu sind sehr zahlreich. Hier finden Sie weitere Informationen zur Satzung und Mitgliedschaft.
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